Ausbau des Citroen Jumper L3H3

1. Fahrzeug-Beschaffung

Nach den vorlaufenden Recherchen und Festlegungen wurden baugleiche Transporter der Ducato-Familie ohne Festlegung auf einen Hersteller (Fiat, Citroen und Peugeot) gesucht, mit einer Fahrzeuglänge von 6 m und Hochdach H2 bzw. Superhochdach H3. Heraus kam schließlich ein Citroen Jumper L3H3, als Rückläufer aus einem 3-Jahres-Leasing-Vertrag, mit Superhochdach und rot lackiert. Das Fahrzeug sieht gut gepflegt aus, was aber auch wesentlich auf die professionelle Entfernung der Beschriftung zurückzuführen ist. Motorisiert ist der Wagen mit einem 150 PS-Triebwerk, ausreichende Fahrleistung ist sichergestellt und Extras wie Tempomat und Klimaanlage sind auch enthalten, allerdings waren auch 17,7 T€ zu zahlen. Die Geschichte der Beschaffung und nachfolgender Reparaturen wird an anderer Stelle wiedergegeben…

 

2. Ausmessung des Fahrzeugs

Für eine seriöse Konstruktion muss die Ausgangsstruktur des auszubauenden Fahrzeugs bekannt und gezeichnet sein. Hierfür wurde ein Koordinatensystem des Innenraums festgelegt:

X0 = Anschlussflansch-Ebene der vorderen Trennwand

Y0 = Fahrzeugmitte, auf die Längsrichtung bezogen

Z0 = Oberkante des vorhandenen Holzfußbodens

Die Vermessung erfolgte u. a. unter Verwendung eines selbstgefertigten überdimensionalen Winkels.

Erzeugt wurden Innenansichten aller Wände und Türen, sowie ein Schnitt in der X/Z-Ebene (in Y0) und weitere Schnitte in unterschiedlichen Y/Z-Ebenen. (→ s. Planungs-Unterlagen)

Für den Dachfenstereinbau und den Fußboden wurden Dach und Boden, einschließlich der Versperrungen unter dem Fußboden, maßgenau aufgenommen.

Die so generierten Zeichnungen konnten bei der weiteren Konstruktion jeweils als hellgrau gezeichneter Block zum hinterlegen neuer Entwurfs- und Konstruktionszeichnungen verwendet werden.

Für einige der konturierten Bereiche wurden mit den Schnittzeichnungen 1:1-Schablonen aus 4 mm HDF-Platten gefertigt und am Objekt fein-angepasst.

    

3. Entwurf des Ausbaus

3.1 Grundriss

Der Grundriss entstand in Interaktion mit den Entwürfen der Innenstruktur, er ist abhängig von der Kontur der Wände, insbesondere der in den Innenraum hineinragenden Trennwand und den gewölbten Hecktüren. Hilfreich ist, dass die Außenkontur über die Fahrzeuglänge unverändert verläuft, allerdings ist die Strukturtiefe im Innenraum unterschiedlich, durch kräftig ausgebildete, links und rechts gleich ausgeführte C-Säulen (hinter der Schiebetüröffnung) ergibt sich hier eine Reduzierung der lichten Innenraumbreite. Die Bauhöhe H3 ist äußerst hilfreich – sie ermöglicht den Einbau eines Zwischenbodens im Sitz- und Badbereich, wodurch Ver- und Entsorgungsleitungen im Innenraum verlegt werden können und den Wasserablauf aus der Duschtasse in den direkt unter dem Boden liegenden Abwassertank mit ausreichendem Gefälle. Weiterhin kann die Tankbelüftung durch den Zwischenraum geführt werden. Da die Hängeschränke nicht größer als üblich gewählt werden, ergibt sich ein angenehmer unverbauter Raum. Unter Berücksichtigung der in der Vorplanung festgeschriebenen Details und Absicherung des Freiraums für alle beweglichen Teile, Türen und Klappen entstand der nachfolgend abgebildete finale Grundriss.

  

3.2 Design

Besonders kleine Räume müssen hell gestaltet sein. Nach diesem Grundsatz fiel die Wahl auf Ahorn, welches gut mit Birke kombiniert werden kann. Für den Eigenausbau kommt durchaus Echtholz infrage, für die Sichtflächen wurde edles Messerfurnier aus europäischem Ahorn gewählt, Möbelinnenseiten können wahlweise aus Birken- oder Pappel-Sperrholz gefertigt werden. Multiplex-Sperrholzplatten mit Ahorn-Deckfurnier sind verfügbar, aber eigentlich zu schwer. Das furnieren von Pappel-Sperrholz mit Ahorn-Furnier ist möglich, jedoch anspruchsvoll. Gewählt wurden selbstverleimte Sandwichaufbauten mit 4-5 mm Sperrholz und einer 6 mm-Innenlage aus Pappel-Sperrholz oder einem Hartschaum. Die Lackierung erfolgte mit einem seidenmatten Acryl-Polyurethan-Klarlack, der mit einer Walze aufgetragen werden kann.

Mit der Holzauswahl war der Grundton festgelegt. Auf komplementäre Farben im weiteren Ausbau wurde verzichtet, lediglich Accessoires ergeben deutliche Farbtupfer in der eher konservativen Farbgestaltung.

Für Kopf- und Fußbereich des Bettes kommt eine schaumunterfütterte Kunstleder-Bespannung infrage, in einem Braun-Ton, der sich im Fußbodenbelag wiederholt. Für die Deckenverkleidung, ebenfalls mit Kunstleder, jedoch ohne Schaum-Unterpolsterung, empfiehlt sich ein heller Farbton. Die Wahl fiel schließlich auf ein cremeweißes Büffelleder-Imitat. 

Die Bezüge der Sitzpolster sind sandfarben und leicht gemustert, aus dem gleichen Stoff wurde die Tagesabdeckung der Matratze genäht.

Bodenbeläge sind zunächst nach dem Gesichtspunkt der Belastbarkeit auszuwählen. Kosten sind aufgrund der geringen Fläche nebensächlich. Leider sind Laminat- und besonders Klick-PVC-Böden aufgrund des hohen Gewichtes (7-10 kg/m²) weniger geeignet. Somit fiel die Wahl auf einen 4 mm-PVC-Bodenbelag mit 2 kg/m² in einem dunkleren Holzdekor.

Das Bad wäre zweckmäßigerweise wie bei Duschkabinen oder im kommerziellen Wohnmobilen/Caravans als geschlossenes weißes Acryl-Gehäuse ausgeführt. Die Fertigung als Einzelstück zwingt zu einer aufgelösten Bauweise, hier aus an kritischen Rändern dicht geklebten PVC-Boden und im Duschbereich mit Wand-verkleidungen aus weißen Acryl-Platten.

   

3.3 Isolierung

   

Die Isolierung eines zerklüfteten Metallaufbaus ist gewissermaßen die Achillesferse des Kastenwagens. Einzusetzen war möglichst ausschließlich wasserdampfundurchlässiges Material wie geschäumtes Polyäthylen oder extrudierter Polystyrolschaum. Während das Bekleben der Felder mit PE-Schaumplatten (10 und 15 mm) noch einfach ist, wird die Isolierung der Holmstrukturen problematisch. Das teilweise praktizierte Ausschäumen von Hohlräumen mit PU-Schaum ist kritisch bezüglich der möglichen Beulung der Aussenhaut und nur von geringem Isolationswert, da die Metallstrukturen Wärme oder Kälte trotzdem nach innen leiten. Deshalb wurden Kastenstrukturen mit 5 mm PE-Schaum eingefasst.

Um die Ungleichförmigkeit der Isolierwirkung zu reduzieren, erfolgte der Einbau einer 2. Isolierschicht aus 20 mm dicken XPS-Platten als Schale direkt unterhalb der Innenverkleidungen.

  

3.4 Verbindungselemente und Strukturwerkstoffe

Die Verbindung der Ausbau-Elemente zur Fahrzeugstruktur erfolgte hauptsächlich über Schraubungen mit Einziehmuttern & Senkschrauben M5 und Klebungen mit Sikaflex 252. Für Holz-Verbindungen wurden Spax-Senkschrauben mit Torx-10-Kopf gewählt oder Weißleim bzw. PU-Holzleim, ggf. mit zusätzlichen Holzdübeln.

Dank Kreissäge und einer verfügbaren Abrichte/Dickenhobelmaschine konnten Leisten aus hauptsächlich Fichte, Lärche und Ahorn individuell zugeschnitten werden.

Als Plattenware wurde 5 mm-Ahorn-Sperrholz für Sichtflächen und 4 mm-Sperrholz aus Birke oder Pappel verarbeitet. Hinzu kam 6 mm Hartschaum und 6 mm-Pappelsperrholz für Innenlagen bzw. Randeinleimer bei der Herstellung von Möbelplatten.

Die Auswahl der Halbzeuge erfolgte unter den Gesichtspunkten: sinnvolle bzw. verfügbare Abmessungen, Gewicht, Kosten und Beschaffung (→ s. Planungsunterlagen).

  

4. Konstruktion des Ausbaus

4.1 Ablauf der Konstruktion

Ziel der Konstruktion war eine weitgehende Festlegung der Bauteile vor Fertigungsbeginn schon auf dem Zeichnungs-Bildschirm. Allerdings mussten verschiedene Detaillösungen aufgrund von Unklarheiten in der Umgebung  zurückgestellt und erst während der Bauphase im Detail konstruktiv festgelegt werden. Somit wurden manche Teile erst nach der Fertigung zeichnerisch erfasst oder aber korrigiert, wenn sich bei der Herstellung eine Verbesserung der Ausführung ergab. Dieser Ablauf ist für eine Prototypen-Entwicklung durchaus üblich.

4.2 Baugruppen

Die Unterlagen und Zeichnungen sind nummeriert im Format WM-HG-UG-ET

Es bedeutet:          WM = Projektbezeichnung, hier WOMO oder WM für Wohnmobil

                               HG = Hauptgruppe (z.B. Sitzgruppe)

                               UG = Untergruppe (z.B. Sitzschale)

                               ET = Einzelteil (z.B. Sitzpolster)

   

Übersicht der Hauptgruppen:

  

 00

 Dokumente

 09

 Elektrische Anlage

 01

 Basisfahrzeuge

 10

 Schlafbereich und Stauraum

 02

 Übersicht Fertigzustand

 11

 Küche

 03

 Öffnungen, Änderungen und    Anbauten

 12

 Badezimmer

 04

 Fußboden

 13

 Sitzgruppe

 05

 Fenster und Türverkleidungen

 14

 Schränke

 06

 Wände und Decke

 15

 Sonstige Ausrüstung

 07

 Wasseranlage

 

 

 08

 Gasanlage und Heizung

 

 


 Die nicht zur Fertigung gehörenden Unterlagen (HG 00) beinhalten:

-   00-01: Fahrzeug-Handbuch und weitere fahrzeug-zugehörige Unterlagen

-  00-02: Projektbeschreibungen, Materiallisten, Gewichte

-  00-03: Planungsunterlagen 

-   00-04: Fertigungsunterlagen

  

5. Beschreibung des Wohnmobils

 

5.1 Ansichten und Hauptabmessungen

   

5.2 Daten Basisfahrzeug

Hersteller:                  Citroen SA

Aufbauform:               Jumper 35 Kastenwagen Heavy L3H3

Motorisierung:            HDi 150 FAP Euro 5

Zul. Gesamtgewicht:  3500 kg

Leergewicht:               2202 kg (voller Tank, inkl. Fahrer)

Zulässige Achslast:    vorne: 2100 kg

                                   hinten: 2400 kg

Max. Anhängerlast:    3500 kg

Stützlast:                    120 kg

Aussenabmessungen:           Länge: 5998 mm

                                               Breite: 2050 mm

                                               Höhe: 2760 mm

Motor:Bauart: 4-Takt-Dieselmotor mit Turbolader, 110 kW/150 PS

                        Schadstoffklasse: Euro 5

                        Hubraum:       2198 cm³

Getriebe:         mechanisch, 6 Gang

Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h

Sitzplätze: 3 (ausschließlich in der Fahrerkabine)


5.3 Daten ausgebautes Fahrzeug

Leermasse nach § 21 StVZO:   2955 kg

(voller Tank, mit Fahrer 75 kg, Gasflasche 90% voll, Wassertanks leer)

Masse im fahrbereiten Zustand: 3010 kg

(voller Tank, Fahrer (75 kg), Gasflasche zu 90% gefüllt, Frischwasser 50 kg, Kabel 5 kg)

Achslasten:     vorne:  1450 kg (zulässig: 2100 kg)

                        hinten: 1560 kg (zulässig: 2400 kg)

Maximale Zuladung: 490 kg

Inhalt Gasflasche:      max. 11 kg

Frischwassertank:      50 Ltr.

Abwassertank:           48 Ltr.

WC, Spülwassertank:15 Ltr.

WC, Fäkalientank:     21 Ltr.

Treibstofftank:            90 Ltr.

Außenabmessungen:            Länge:  6180 mm inkl. Anhängerkupplung

                                                            6600 mm inkl. Fahradträger ohne Fahrräder

                                               Breite max.: 2500 mm (inkl. Rückspiegel)

                                               Höhe:   2810 mm (Leerzustand ausgebaut)

5.4 Beschreibung der Baugruppen

Außenanbauten

Manuelle Einstiegstufe Thule Slide-Out 400 mm.

Kurbelmarkise Dometic DA20 (Perfect Wall PW 3500), 3,5 x 2,5 m.

Solarzelle 100 Wp & CEE-Aussensteckdose 230 V (s. elektrische Ausrüstung)

Antenneneingang TV, Wassereinfüllöffnung, Kaminaustritt

Fenster

1 Dachhaube Mini Heki Plus (Dometic) 400 x 400 mm.

1 Dachhaube Turbo Vent 28 mit Ventilator, (Fiamma) 28 x 28 cm.

3 vorgehängte Ausstellfenster (Polyvision), links und in Schiebetür 816 x 650 mm, sowie in der rechten Hecktür 816 x 650 mm. Karosserieseitige Fensterrahmen aus teilweise schichtverleimten Lärchenholz, geklebt mit Sikaflex 252.

Doppel-Plisseerollos Remiflair IV 814 x 650 mm (für Seitenfenster).

Remisun Springrollo 620 x 600 mm & Plissee Liviano 4307 615 x 430 mm (Heckfenster)

  

Isolierung

  

Standardisolierungen aus 10/15 mm PE-Schaum (Trocellen) und 20 mm XPS-Polystyrolschaum. Lokale Ausschäumungen aus PU-Schaum

Unter Fußboden: 20 mm XPS-Hartschaum (Precit 200-G, extrudiertes PS)

Decke: weitgehend 15 mm PE-Schaum + 20 mm XPS-Schaum

Wände: weitgehend 10 mm PE-Schaum + 20 mm XPS-Schaum

Lokal: 5 mm PE-Schaum (Trittschallisolierung) & 2K-PU-Schaum (in Kastenprofilen, teilweise)

  

Fußboden

  

9 mm Birken-Karosseriesperrholz auf Verbindungsleisten Lärche 20 x 20 mm, Zwischenräume isoliert. Erhöhter Boden im Sitzbereich aus 12 mm Pappel-SPH. Bodenbelag aus PVC 4 mm.

  

Unterstruktur für Innenausbau

Leisten aus Fi.-Holz, im Badbereich Lärchenholz, weitgehend mit Querschnitt 20 x 20 mm, teilweise formverleimt. Verschraubung zur Karosserie: weitgehend mit Senkschrauben DIN 7991-M5 und Blindnietmuttern M5 x 7 x 11,5, teilweise auch geklebt mit Sikaflex 252.

Wasserversorgung

Wassereinfüllöffnung in linker Aussenwand mit Anschluss-Schlauch Ø 40 mm. 50-Ltr. Frischwassertank EV 1004 im Innenraum hinten li. mit Füllstandsanzeige PT 522 (CBE). Druckwasserpumpe Shurflo Trailking 7L mit nachgeschaltetem Druckausgleichsgefäß und stromlosen Truma-Sicherheitsventil, Leitungssystem aus Trinkwasserschläuchen Ø 12 mm (Bereich Pumpe) und Ø 10 mm. Entnahmestellen für Kalt- und Warmwasser: Küche mit Metall-Armatur Bornholm, Waschbecken und Dusche mit Kunststoff-Armatur Comet, Modell Florenz.

Abwassersystem

Abwasserleitungen aus Schläuchen Ø 19 mm, belüfteter PE-Abwassertank unter dem Fahrzeugboden re. mit 48 Ltr. Volumen. Anschluss Abwasserschlauch über Quick-Clip Bajonettverbinder.

Elektrisches System

230 V-Anlage

Einspeisung über CEE-Aussenanschluss rechts hinten. Kabel 3 x 1,5 mm², feindrähtig. E-Panel im Bereich des rechten Radschachtes mit Fehlstromschutzschalter 30mA, 2x 13 A und Ladegerät Waeco MCA1215. Feuchtraum-Verteilerdosen und Kabelführung innerhalb der Radschachtverkleidung.

Steckdosen:   2 Doppelsteckdosen im E-Panel

                       1 Steckdose im Kleiderschrank-Bereich

                       1 Steckdose im Küchenblock

                       1 Doppelsteckdose im TV-Hängeschrank hinten links

Im E-Panel sind der Kühlschrank und das Ladegerät über die Steckdosen angeschlossen. Ein Lichtband über den linken Hängeschränken kann wahlweise mit 230 V oder 12 V betrieben werden.

   

12 V-Anlage im Ausbau

Die 12-V-Bordanlage stellt das primäre System zur Versorgung folgender Komponenten dar:

·      LED-Beleuchtung

·      Betrieb und Steuerung der Heizungsanlage

·      Wasserpumpe

·      Ventilator im Bad-Dachhaube

·      TV-Gerät

·      Kühlschrank-Beleuchtung

Die Versorgung erfolgt durch eine Blei/Gel-Batterie Exide ES 900 mit 80 Ah, eingebaut in Fahrt- richtung hinter dem E-Panel. Der Ladevorgang durch das Ladegerät MCA1215 wird durch einen an der Batterie angeschlossenen Temperatursensor überwacht. Die verwendeten Fahrzeugleitungen Typ FLRY und FLY mit je nach Bedarf 1,5 mm², 2,5 mm² und 4,0 mm² Querschnitt sind mit AMP-Terminals ausgerüstet.

Über einen Batteriewächter und ein Trennrelais wird der Strom auf 6 Stromkreise mit Sicherungen von 2 - 15 A verzweigt.

Weitere Sicherungen befinden sich im Trennrelais (30 A) und an der Batterie (30 A). Das Trennrelais wird durch einen Schalter im Küchenblock, Nähe Einstieg, betätigt. Mit diesem Hauptschalter werden alle Stromkreise unterbrochen, mit Ausnahme der Heizung, die durch einen Zusatzschalter unter Umgehung des Hauptschalters auf Dauer-Ein geschaltet werden kann. Ein weiterer Schalter kann die Wasserpumpe, wenn der Frischwassertank leer ist, dauerhaft ausschalten.

   

12 V-Anlage des Basisfahrzeugs

Eine Verbindung zur Starterbatterie erfolgt lediglich durch sekundäre Anschlüsse an das Ladegerät und die Solaranlage, zwecks Stütz- bzw. Erhaltungsladung. Die Bordbatterie ist nicht an den Fahrzeuggenerator angeschlossen. Während der Fahrt kann der Kühlschrank vom Generator über die ursprüngliche Versorgungsleitung der 12 V/180W-Laderaum-Steckdose versorgt werden. Weiterhin wird mit den neu platzierten Laderaum-Leuchten der Eingangs-Fußbereich und der Heckstauraum unter dem Bett beleuchtet.

Solaranlage

Ein im hinteren Dachbereich angeordnetes Solarmodul mit 100 Wp speist über einen Shunt-Solar- Regler Votronic SR 140 zusätzlich die Bordbatterie. Bei optimalen Verhältnissen kann hiermit ein autarker Betrieb möglich sein. Im Winter liefert der Solarstrom die Erhaltungsladung der Bord- und der Starter-Batterie. Zur optimierten Ladung wird die Batterietemperatur gemessen.

Gasanlage

   

Das Fahrzeug ist mit einer Flüssiggasanlage mit den nachfolgend aufgeführten Merkmalen ausgerüstet:

                    ·     Gasversorgung wahlweise über Gasflaschen von 5 - 11 kg  

·      Verzweigung der Gasleitungen über Schnellschuss-Absperrventil, zugängig außen am Küchenblock bei geöffneter Schiebetür

·      Verbraucher 1: Kocher 2-flammig 3,2 kW, Dometic / Cramer

·      Verbraucher 2: Absorber-Kühlschrank Dometic RM 5310,

·      Verbraucher 3: Heizung mit Boiler Truma Combi 4 CP plus

·      Betrieb der Flüssiggasanlage nur im Stand

Neben den handelsüblichen 5 kg- oder 11 kg- Propangasflasche ( rote Pfandflasche oder graue Eigentumsflasche nach EN 1089-3) kann eine mit LPG/Autogas betankbare GFK/PE-Flasche mit 19,6 Ltr. Nutzinhalt (80%-Füllung) = ca. 10 kg Füllgewicht verwendet werden. Der zum Innenraum isolierte Gaskasten für die 3 möglichen Gasflaschen ist Bestandteil des Küchenblocks im Eingangsbereich rechts und besteht aus einem Bodenblock mit Aufnahmeöffnungen von Ø 300 mm (für 11-kg-Gasflasche und LPG-Flasche), bzw. 232 mm (für 5-kg-Gasflasche).

Anmerkung zur LPG-Gasflasche: Diese Art der Gasversorgung ist z.Zt. nicht zulässig, die Flasche ist nicht in der Prüfbescheinigung aufgeführt.  

Unter dem Bodenblock befindet sich im Fahrzeugboden eine vergitterte Belüftungsöffnung mit Ø 120 mm. Die Gasflaschen werden gegen den Bodenblock verzurrt.

Der Zugang erfolgt durch eine Tür an der Außenseite, verriegelt mit 2 Push-Lock-Verschlüssen.

Der 30mbar-Gasdruckregler EN61 (EN 12864 D) mit Sicherheitsabblasventil PRV und 90°-Abgang ist direkt an der Gasflasche angeschlossen. Der Nenndurchfluss beträgt 0,8 kg/h, max. werden ca. 570 g/h verbraucht.

Alle Leitungen bestehen aus verzinktem Stahlrohr Ø 8x1.

Der Kocher ist im Küchenblock über dem Gaskasten in die Küchenarbeitsplatte eingelassen. Der Kühlschrank ist rechts hinter der Eingangstür so eingebaut, dass die Kühlschrankunterseite mit der Unterkante der Belüftungsöffnung (freier Querschnitt 350 cm²) abschließt. Die Entlüftungsöffnung mit dem Abgasaustritt befindet sich oberhalb des Kühlschranks über dem Längsholm der Karosserie.

Die Truma Combi 4-Heizung mit 10-Ltr. Boiler ist im hinteren Bereich links eingebaut und erreichbar durch den Stauraum oder nach dem Hochklappen des fensterseitigen Sitzes bzw. Entfernen des Bett-Einstiegtritts. Der Abgaskamin befindet sich in der linken Aussenwand. Die vier Warmluftkanäle führen zum Fußraum innen (Öffnung unter dem Fenstersitz bzw. im Sockel des Küchengangs), zum Bad und zum Heckraum/Bettunterseite. Der letztgenannte Ausgang kann durch eine Klappe verschlossen werden.

  

Innenausbau und Möbel

Werkstoffe

·   Pappel-Sperrholz 5 mm mit Deckfurnier aus europ. Ahorn. für alle Sichtflächen

·     Birken-Sperrholz 4 mm für beanspruchte Möbel-Innenflächen

·       Pappel-Sperrholz 4 mm für Möbel-Innenflächen oder bespannte Paneele

·       Pappel-Sperrholz 12 und 15 mm für belastete Flächen wie Bettkastenboden und

     erhöhten Fußboden im Sitzbereich sowie Teile der Schubladen

·       PVC-Hartschaum 6 mm als Kernmaterial für Sandwich-Wände und –Türen

·       Pappel-Sperrholz 6 mm als Kanteneinleimer für Sandwich-Teile

·       Papierwaben 15 mm als Kernmaterial für die Badezimmer-Tür

·       Leimholzplatte Ahorn massiv 20 mm oder dünner für Tisch- und Arbeitsplatten,

     Fensterbänke etc.

Wand- und Deckenverkleidungen

  

Die Deckenverkleidung aus 4 mm-Pappelsperrholz ist mit einer cremeweißen Kunstleder-Be-spannung versehen. Alle Wandverkleidungen und Möbel sind mit Ahorn-Messerfurnier-Oberflächen gefertigt und mit Klarlack lackiert. Randprofile als abgerundete Außenecken sind aus Ahorn-Massivholz.

 

Möbel

 

Beginnend am Einstieg sind im Uhrzeigersinn die nachfolgenden Elemente eingebaut:

·       Küchenblock mit Gaskasten und 4 Schubladen mit Teleskop-Auszügen

·       darüber 3 Hängeschränke

·       Kühlschrankmulde mit Kühlschrank Dometic RM 5310 und darüber der Kleiderschrank

·       Auszug als Flaschenschrank rechts neben dem Kühlschrank

·       2 Hängeschränke oben rechts

·       Querbett, Breite x Länge = 1400 x 1900 mm, Fußbereich 1250 mm breit. Federung durch Tellerfederelemente Froli Star Mobil. Matratze aus 150 mm Kaltschaum HG 40/40 und 40 mm Viskoseschaum GV 50/30. Der unter dem Bett befindliche Stauraum ist durch die Hecktüren und eine Innenklappe erreichbar.

·      4 Hängeschränke links, das hintere Fach mit gasfederunterstützter Klappe mit 100° Öffnungswinkel zur Aufnahme eines TV-Gerätes Gelhard GTV 1934. Aufhängung des Gerätes mittels einer Wandhalterung Drall Instruments L52 LCD. Diese ist bis 390 mm ausziehbar und ermöglicht eine 180° Drehung des Fernsehers sowie eine Neigung von -70° bis 90°.

·      Sitzgruppe mit 2 versetzt gegenüberliegenden Sitzen und L-förmigen Tisch. Die  klappbaren Sitze ermöglichen einen Zugang zur Ausrüstung (Sitz hinten aussen) bzw. zu einem Stauraum (Sitz vorne innen)

·      Abgetrenntes Bad mit Duschtasse 870 x 670 mm, Waschbecken, WC Porta Potti PP Qube 365 und Einbauschrank mit Spiegeltür. Decken- und 2 Wandverkleidungen: 3 mm Acrylglas GS opal weiß NP60

·      Stauraum über dem Führerhaus, Grundfläche 1250 x 550 mm mit Zugangstür rechts neben dem Bad

·      Schuhschrank an der rechten Trennwand zur Fahrerkabine, zur Aufnahme von ca. 6 Paar Schuhen. Eingebauter Kleintresor mit Innenmaß 190 x 120 x 150 mm.

Ein kurzer Videofilm über den Ausbau ist als Dia-Show auf YouTube eingestellt:

                        https://youtu.be/hioWFXqcTIc